DrogenGenussKultur |
|||||||||
DrogenGenussKultur |
|||||||||
|
|
Fachinformation: Methcathinon, Methylon und Mephedron |
|
||||||
8. Hinweise zur DosierungVorweg eine Warnung: Als häufigste Vertreter der Substanzgruppe Cathinon-Derivate testete das DIZ Zürich im Jahr 2023 die Substanz 3-MMC (44 Proben) und
4-MMC (auch bekannt als Mephedron, 36 Proben). Auffallend war, dass bei nur 12 der 3-MMC-Proben und 6 der 4-MMC-Proben keine unerwarteten Inhaltsstoffe oder eine
Falschdeklaration festgestellt wurden. Dies bedeutet, dass etwa 75% dieser Proben Synthesenebenprodukte oder (zusätzlich) andere Inhaltstoffe als den erwarteten Wirkstoff
enthielten. 22 Methylon: Die üblicherweise eingenommene Anfangsdosis von Methylon liegt zwischen 150 mg und 250 mg bei oraler
Applikation. Das entspricht etwa 2 mg bis 3,3 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Genießer, die Methylon gut vertragen, nehmen nach etwa zwei
Stunden dann nochmals etwa 150 mg, um die Hochphase der Wirkung – auch Plateauphase genannt – zu verlängern. Mehr als zweimal sollte
man Methylon jedoch nicht nachlegen, da bei weiteren Einnahmen die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man mit unangenehmen Neben- und Nachwirkungen
rechnen muss. 24 Mephedron (4-MMC): Die übliche nasale Einzeldosis liegt bei 50 mg bis 100 mg. Mephedron ist eine stark reizende Chemikalie,
und nach mehrfachen Konsum kann es leicht zu Blutungen in der Nase kommen. Es wird berichtet, dass deshalb einige User vom Sniefen zum Oralkonsum umgestiegen
sind. 25 Im Zeitraum vom 17. bis zum 30. November 2009 – also noch vor dem Verbot von Mephedron – gaben 2700 erfahrene Drogengebraucher bei
einer Online-Umfrage in England u.a. an, welche Drogen sie in den letzten 30 Tagen konsumierten. Bei MDMA lag der Anteil bei 53,1%, bei Kokain bei 47,4% und
bei Mephedron bei 33,2%. Die meisten (65,9%) schnupften Mephedron, wobei im Rahmen einer Session respektive einer Party (mit einer durchschnittlichen
Länge von 10,4 Stunden) im Schnitt 0,91 Gramm verbraucht wurden. Dies entspricht knapp 100 mg pro Stunde. Die große Mehrheit der Mephedronkonsumenten,
die zuvor schon Erfahrungen mit Kokain gemacht haben, gaben an, dass Mephedron länger wirkt als Kokain (65,2%), das High besser sei als mit Kokain (54,6%)
und dass die Gefahr, sich von der Substanz abhängig zu machen, auch geringer sei als bei Kokain (55,7%). 26 Butylon: Butylon ist etwas niedriger zu dosieren als Methylon. Die Anfangsdosis liegt bei Butylon normalerweise – wenn oral eingenommen – zwischen 120 mg und 180 mg entsprechend 1,5 mg bis 2,25 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Die Ergänzungsdosis, die meistens nach ein bis zwei Stunden eingenommen wird, sollte nicht mehr als 80 mg bis maximal 120 mg betragen. Erfahrene Psychonautiker raten davon ab, mehr als zwei Dosierungen von Butylon nacheinander einzunehmen, um die Wahrscheinlichkeit unangenehmer Nachwirkungen zu verringern. Ethylon: Ethylon wird erst seit kurzer Zeit beim Menschen verwendet und soll weniger potent sein als sein Verwandtes Methylon. So wie MDEA etwa 15 Prozent höhere Dosierungen erfordern als MDMA für eine etwa gleich starke Wirkung, so sind Ethylon auch etwa 15 Prozent mehr Substanz erforderlich als bei Methylon, also etwwaa 170 bis 290 mg bei oraler Applikation. Metaphedron (3-MMC): Bei oraler Einnahme (geschluckt) haben 50 bis100 mg eher eine leichte Wirkung, 100 bis 150 mg eine mittlere oft
angenehm empfundene Wirkung und Dosierungen von mehr als 150 mg führen zu einer starken bis sehr starken Wirkung. Bei nasaler Applikation (geschnupft) genügt für die
gleiche Wirkung etwas weniger als die Hälfte als bei oraler Einnahme, die Wirkung tritt bei nasaler Applikation schneller ein und dauert dafür weniger lang. 27 Methcathinon: Bei nasaler Einnahme (geschnupft) liegt die übliche Dosis bei 50 bis 70 mg, wobei die Wirkung nach 10 Minuten einsetzt und bis zu fünf Stunden dauert und bei Dosierungen über 70 mg verlängert sich die Wirkungsdauer erheblich, je nach Dosierung bis zu mehr als 24 Stunden. Geschluckt setzt die Wirkung nach etwa einer halben Stunde ein und die üblichen Dosierungen liegen zwischen 50 und 250 mg und die Wirkung dauert je nach Dosierung 5 bis 25 Stunden.
9. Risiken und NebenwirkungenDa die Substanzen Methylon, Mephedron und Butylon erst in den letzten Jahren populär wurden, gibt es derzeit kaum Studien, in denen die Risiken und Nebenwirkungen untersucht wurden. Dies gilt insbesondere für die Folgen eines Konsums über lange Zeit. Nach dem Konsum von Cathinon-Derivaten wie Methylon, Mephedron und Butylon kommt es oft zu einer Erhöhung der Körpertemperatur, und die Lust zu essen und zu trinken wird nicht selten deutlich gemindert. Da zudem die Warnsignale des Körpers wie Erschöpfung und Durst bei weitem nicht mehr so deutlich wahrgenommen werden wie in nüchternem Zustand, sollte bewusst darauf geachtet werden, dass während der Drogenwirkung genügend getrunken wird, um prophylaktisch Kreislaufproblemen entgegenzuwirken. Dabei sollte alkoholfreien Getränken der Vorzug gegeben werden. Nach dem Konsum von Mephedron wurden vor allem die folgenden physiologischen Effekte respektive Beeinträchtigungen festgestellt: starkes Schwitzen, übermäßiger Sexualtrieb (Notgeilheit), Kopfschmerzen, Herzklopfen, Übelkeit und Brechreiz sowie Durchblutungsstörungen in Zehen und Fingern (kalte und bläulich gefärbte Zehen und Finger), wobei letzteres eher selten vorkommt. |
||||||
|